Der Lübecker Divan
Ein Reiseführer für die Seidenstraße
07. März bis 30. August 2026
Mit der Ausstellung „Der Lübecker Divan – ein Reiseführer für die Seidenstraße“ widmet sich die Sammlung Kulturen der Welt im Museumsquartier St. Annen der historischen wie auch der aktuellen Bedeutung der Seidenstraße – dem kontinentalen wie maritimen Wegenetz zwischen Europa, Asien und Afrika. Dieses weitläufige Netz ist geprägt von sprachlicher, kultureller und landschaftlicher Vielfalt: Auf den Routen bewegen sich nicht nur Menschen und Waren, sondern auch Ideen, Religionen und technische Innovationen. Zugleich ist die Seidenstraße aber auch geprägt von negativen Aspekten wie kriegerischen Auseinandersetzungen oder der Verbreitung von Seuchen zwischen Ost und West. Die Ausstellung macht diese inhaltliche Bandbreite auf besondere Weise erfahrbar: Das literarische Genre des Reiseführers und das Konzept des Divans aus der islamischen Literatur dienen als erzählerische Rahmungen, um die facettenreichen Geschichten der Exponate lebendig werden zu lassen.
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Die nächsten Termine der Ausstellung
2026
Buddhisten, Christen und Muslime.
Vortrag von Dr. Patrick Krüger, Bochum
Buddhisten, Christen und Muslime: Religionen entlang der Seidenstraße
Die Seidenstraße war nicht nur ein Handelsnetz, sondern auch ein zentraler Raum für den Austausch religiöser Ideen. Entlang ihrer Routen verbreiteten sich Buddhismus, Christentum, Islam, Zoroastrismus und Manichäismus und beeinflussten sich gegenseitig. Der Vortrag beleuchtet diese Prozesse aus kunst- und religionsgeschichtlicher Perspektive und zeigt, wie religiöser Austausch neue Bildtraditionen hervorbrachte.
Dr. phil. Patrick Felix Krüger ist Kunst- und Religionshistoriker am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) der Ruhr-Universität Bochum. Er ist spezialisiert auf die Kunst-, Kultur- und Religionsgeschichte des Jainismus im antiken, mittelalterlichen und modernen Indien. Weitere Forschungsgebiete sind die Geschichte und Kunst der hinduistischen Religionen, Religions- und Kulturkontakt zwischen Asien und Europa, Missionsgeschichtliche Sammlungen, Religion im Museum sowie theoretische und historische Museologie.
Tickets auch noch an der Abendkasse verfügbar!
2026
2026
Durch das unerforschte Sibirien nach Peking: Die Reise des Lübecker Kaufmanns Adam Brand im späten 17. Jh.
Im Rahmen der Ausstellung „Der Lübecker Divan. Ein Reiseführer für die Seidenstraße“ der Sammlung Kulturen der Welt im St. Annen-Museum hält Dr. Michael Hundt einen Vortrag mit dem Titel "Durch das unerforschte Sibirien nach Peking: Die Reise des Lübecker Kaufmanns Adam Brand im späten 17. Jh."
Am Ende des 17. Jahrhunderts schien sich nach der Eroberung Sibiriens durch Russland und dem russisch-chinesischen Vertrag von Nerčinsk ein neuer Landweg von Europa nach Ostasien zu eröffnen, der nördlich der klassischen Seidenstraßenrouten lag. Im Jahre 1692 unternahm die Regierung in Moskau einen ersten Versuch, diese Route durch Sibirien für den Handel zu erschließen. Der Leiter der Gesandtschaft, Eberhard Isbrand Ides aus dem holsteinischen Glückstadt, und der Kaufmann Adam Brand, der später in Lübeck ansässig wurde, verfassten nach der Rückkehr gedruckte Reiseberichte, die spannende Einblicke in die abenteuerliche Fahrt und erste Nachrichten über die in Europa noch gänzlich unbekannten Völker Sibiriens boten.
ORT: Vortragssaal des Museums für Natur und Umwelt, Musterbahn 8, 23552 Lübeck